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Donnerstag, 8. Oktober 2020

~Roman~ Claire Winter~ Kinder ihrer Zeit~

                                                                                  


Verlag: Diana Verlag

Seiten: 576

ISBN: 978-3-453-29195-9

Preis Hardcover: 20 Euro

Kurzbeschreibung:

 Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden ... 

 

 

Meine Meinung: 


Emma und Alice. Zwillinge und doch sowas von unterschiedlich....

Das Buch beginnt enorm spannend. Emma und Alice sind mit ihrer Mutter auf der Flucht. So der Einstieg in das Buch und natürlich zieht der rote Faden Krieg sich durch das ganze Buch.

Ich kann gar nicht wirklich viel schreiben ohne zu spoilern. Emma und Alice werden getrennt und lernen sich später komplett neu kennen. Beide mit unterschiedlichen Leben und unterschiedlichen Meinungen. Dennoch irgendwo unzertrennlich. Mehr möchte ich zum direkten Inhalt gar nicht schreiben. Hauptsächlich dreht sich alles um den kalten Krieg und was dieser mit dem Leben der Zwillinge und ihren Bekannten macht. Verrat, Betrug und Misstrauen sind jeden Tag allgegenwärtig und ich war mitunter wirklich geschockt und tief betroffen. Die Autorin hat wunderbar tiefgründig recherchiert und die Geschichte kam absolut authentisch, spannend und glaubhaft rüber. Ich hätte noch viele Seiten länger lesen können.

 

 * Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG


Sonntag, 25. März 2018

~Roman~ Claire Winter~ Die geliehene Schuld~

Verlag: Diana

Seiten: 576

ISBN: 978-3-453-29194-2 

Preis gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 22 Euro

Kurzbeschreibung:


Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.




Meine Meinung:

Was für eine grandiose Geschichte!

Am Anfang lernt man erstmal die wichtigsten Protagonisten kennen und die Autorin beschreibt anschaulich die Situation nach dem 2. Weltkrieg. Ich war von der ersten Seite an sowas von mittendrin, das es schon fast beängstigend war. Es war, als wenn ich die ganze Geschichte selbst hautnah miterlebe und ich habe das ganze Buch gelebt und geliebt. 
Hauptperson hier ist Vera, die wie auch die anderen Charaktere, mit ganz viel Tiefe gezeichnet wurde und mich unglaublich fasziniert hat. Vera hat Jonathan, ihren besten Freund seit Kindertagen, von jetzt auf gleich verloren und setzt nun alles daran, seine Recherchen welche er vor seinem Tod begonnen hat, fortzuführen. Das tut sie mit unheimlich viel Mut und Courage und ich war sowas von gespannt, in welche Richtung die ganze Sache führen wird. 

Auch Marie spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch und sie hat mich mindestens genauso mitgerissen wie Vera. Die Autorin hat ganz viel Mühe in ihre Charaktere gesteckt, jeder hat einfach nur echt und authentisch gewirkt und von jedem konnte man sich sein ganz eigenes Bild machen. Die Geschichte entwickelt sich rasend schnell weiter und man stößt immer weiter vor, in ein Netz aus Brutalität, zweifelhafter Unterstützung und unglaublichen Verstrickungen. Männer, die ihre Familien in Gefahr bringen und über Leichen gehen, sowie Menschen, die für Macht alles tun würden. Aber auch über tiefe Freundschaften und ganz viel Hoffnung darf man in diesem Buch lesen. Wird die Gerechtigkeit über die Machenschaften der ganz großen Siegen? Ich war so vertieft in das Buch, das ich zwischendurch nicht mal Zeit zum nachdenken hatte, denn es gibt einige Wendungen, die schockierend und unheimlich traurig waren. Zum Ende überschlägt sich noch einmal ganz viel und einige Dinge, von denen man es nicht mehr für möglich gehalten hat, werden bewegt und verändert. Ganz großes Kino, mit einem Ende, welches für mich alle Fragen beantwortet hat und ein Buch, über das ich noch lange nachdenken werde.

Donnerstag, 20. Juli 2017

~Roman~ Claire Winter~ Die Schwestern von Sherwood~




Verlag: Diana

Seiten: 576

ISBN: 978-3-453-35833-1

Preis: 9,99 Euro




Kurzbeschreibung:


Die bewegende Geschichte zweier unzertrennlicher Schwestern und einer schicksalhaften Liebe

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …


Meine Meinung:

Dieses Buch hat ganz viel Seele. 

Nachdem ich in letzter Zeit fast nur Thriller gelesen habe und dieses Buch schon soooo lange in meinem Regal auf mich wartet, dachte ich das es vielleicht mal eine Abwechslung ist. Ich habe bisher nur ein Buch der Autorin gelesen und war begeistert, also kann ja auch dieses nicht so schlecht sein, dachte ich.

Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Als ich anfangs noch versucht habe, die ganzen Namen der Protagonisten in meinem Kopf zu sortieren, war ich irgendwann mitten in dieser tollen Geschichte versunken. 

Zuerst lernt man Melinda kennen, die ein geheimnisvolles Paket erhält und dann ganz bald auf den Spuren der Vergangenheit ist. Man liest abwechselnd von Melinda in den 1940er Jahren und von den Geschehnissen in England, Ende des 18. Jahrhundert. Ich war von beiden Erzählsträngen gleichermaßen fasziniert und habe vor allem was früher geschehen ist, förmlich aufgesaugt. Hier stößt der Leser auf eine unglaubliche Geschichten voller Liebe, Intrigen und dem Verlangen nach Anerkennung. Ich habe unheimlich gern von Amalia und ihrer Schwester gelesen und war begeistert und erschüttert zugleich über deren beiden Welt. Die tiefe Liebe der beiden zueinander hat mich hier sehr berührt und ich war, auch wenn ich mir einen zumindest kleinen Teil denken konnte, sehr gespannt wie die Geschichte der beiden mit Melinda aus Berlin zusammenhängt. 

Nach und nach erfährt man immer mehr Zusammenhänge und je mehr ich gelesen habe, umso schwerer viel es mir das Buch wegzulegen, denn spätestens ab der Hälfte war ich in einem absoluten Sog gefangen und musste bis zum Ende durchlesen. Ich glaube, es gibt nicht viele Leser, die bei dieser Geschichte nicht weinen und kann nur von mir sagen, das es auf jeden Fall ein Buch ist, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Freitag, 5. Mai 2017

~Roman~ Claire Winter~ Die verbotene Zeit~

Verlag: Diana

Seiten: 576

ISBN-10: 3453359216

Preis Taschenbuch: 9,99 Euro


Kurzbeschreibung:

1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...

Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...


Meine Meinung:

Dieser Roman war unglaublich ergreifend und packend. Der Prolog hat mich hier sofort neugierig gemacht und ganz viele Fragen aufgeworfen.

Clara hat nach einem schweren Unfall einen Gedächtnisverlust, der sie die letzten Monate vor dem Unfall hat vergessen lassen. Schnell spürt sie, das vieles um sie herum nicht so ist wie es scheint und sie hat das Gefühl von ihrem Mann und ihrem Vater nur belogen zu werden. Doch lügen die anderen und verheimlichen ihr etwas? Und wenn ja, warum? Schnell stößt Claire auf David, den sie bereits vor dem Unfall zu kennen schien und beide wollen die Geheimnisse um ihre Familie, ihre verschwundene Schwester und noch vielen weiteren Fragen, ergründen.

Clara war mir sofort sympathisch und die Autorin hat sie und auch die anderen Protagonisten sehr echt und tiefgründig beschrieben. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und ist unglaublich interessant, stabil und auch geheimnisvoll. Ich habe über jeden Charakter sehr gern gelesen und mich nie gelangweilt.

Die Geschichte ist unterteilt in Gegenwart und Vergangenheit. Man liest hier einmal über Clara im "jetzt" und abwechseln über Edith, Dora, Paul, Jules und den anderen Charakteren von "früher" in Berlin. Das Hauptaugenmerk dieser Geschichte liegt aber in der Vergangenheit, in den 1930-40er Jahren.
Die Vergangenheit der Protagonisten war unheimlich ergreifend und realitätsnah, ich hatte hier öfter das Gefühl mitten unter ihnen zu sein und die Geschehnisse hautnah zu spüren. Die Autorin hatte hier ein ganz feines Händchen für Feinheiten, ganz viel Liebe und auch Dramatik. Es wurden sehr viele unterschiedliche Aspekte mit aufgenommen, so das die Geschichte unheimlich vielschichtig war. Alles was in der Vergangenheit passiert ist geht so tief unter die Haut und zieht ihren Faden komplett bis in die Zukunft.

Schnell war klar, das Paul seiner Tochter nicht die Wahrheit über die Vergangenheit und vor allem Edith sagt und gleichzeitig entstehen immer mehr Fragen in Claras Kopf. Was verbirgt Dora? War sie schon immer so depressiv? Sie beschließt, in die Vergangenheit einzutauchen und Berlin zu erkunden. Hier möchte ich jetzt nicht mehr zuviel verraten.

Es passieren so viele Dinge auf einmal und es finden sich immer mehr Erklärungen und Antworten auf die ganzen Fragen und das auf eine so emotionale Art und Weise, das man eigentlich nur heulen kann. Zum Schluss bleiben keine Fragen mehr offen und das Ende ist hier genau wie das ganze Buch...einfach wundervoll und sehr tief bewegend.