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Donnerstag, 3. Januar 2019

~Roman~ Mechthild Borrmann~ Grenzgänger~

Verlag: Droemer Knaur

Seiten: 288

ISBN: 978-3-426-28179-6

Preis Hardcover: 20 Euro

Kurzbeschreibung: 

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.



Meine Meinung:

Ich liebe die Romane von Mechthild Borrmann, vor allem Trümmerkind hat es mir total angetan. Ich habe mich also total auf dieses Buch gefreut.

Diese Geschichte liest man aus mehreren Zeitebenen, im Grenzgebiet zu Belgien. Man muss sich ein wenig konzentrieren, wird aber mit einer ergreifenden Geschichte belohnt.

Die Mutter der kleinen Henni hat bis zu ihrem Tod hart gearbeitet, verstarb schließlich an einer Eileiterschwangerschaft. Von diesem Augenblick an kämpft Henni wie eine Löwin für ihre Familie und hält sie mit dem Kaffeeschmuggel über Wasser. Kümmert sich um ihre Geschwister und den Haushalt fast völlig alleine. Bis etwas schreckliches passiert. 

In den 1970er Jahren steht Henni vor Gericht, anfangs unklar warum. Ihre Freundin Elsa verpasst keine dieser Verhandlungen, ist seit der Kindheit eng mit Henni befreundet. Auch ein junger Student verfolgt den Fall von Henriette ganz genau. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht schreiben. Das Buch hat mich zutiefst berührt, wieder einmal hat die Autorin anschaulich das Leben in und nach dem Krieg beschrieben. In diesem Buch geht es sehr ergreifend um Schuld, Hoffnung, Enttäuschung und das traurige Schicksal einiger Kinder. Vor allem die Passagen, welche vom Kinderheim erzählt haben, waren ungeheuerlich und ich war einfach nur entsetzt bei dem Gedanken, dass genau solche Dinge früher ja wirklich ganz oft passiert sind und fast schon Normalität waren. 

Wieder ein kleines, sehr berührendes und ehrliches Meisterwerk von Mechthild Borrmann.


* Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG